
Unterwegs – zum Zuhören
Aus Schweringen stamme er, sei dort Mitglied im Kirchenvorstand und sorge sich sehr um den Friedhof im Dorf, berichtete mir der Mann. Die Rechnung gehe einfach nicht mehr auf. Im Vorstand hätten sie beschlossen, die Friedhofsgebühren bewusst niedrig zu halten, damit alle sich die Ruhestätte leisten können. Die Kosten für die Pflege liefen ihnen aber davon.
Insbesondere um die schöne Lindenallee, den Hauptweg des Friedhofs, sorge er sich. Die Bäume müssten aufwändig gepflegt werden, um sie zu erhalten. Dafür sei kein Geld da. Ob ich irgendwie helfen könne, falls ich Landrat würde?
Solche Hilfe konnte ich ihm nicht in Aussicht stellen. Der Friedhof ist Eigentum der Kirche, der Landkreis kann nicht eingreifen. Trotzdem – unser Gespräch schien ihm etwas Mut gemacht zu haben. Vielleicht täten sich ja noch andere Lösungen auf. „Danke fürs Zuhören“, sagte er zum Abschied.
Ich habe daraufhin einen Abstecher zum Schweringer Friedhof gemacht. Weil ich jetzt sehen wollte, was ich erzählt bekommen hatte. Und weil ich mir in diesen Tagen Zeit nehmen kann, den Landkreis noch besser kennenzulernen.
Einige Urlaubstage, die ich nutze, um zu Fuß oder mit dem Rad Dörfer, Städte und Menschen intensiver wahrzunehmen. Eystrup, Bücken, Hoya und nun auch Schweringen haben bereits auf meinem Programm gestanden.
Womöglich begegnen wir uns demnächst in Ihren Kommunen. Mit Zeit zum Zuhören. Das würde mich freuen.