Auf dem Friedhof in Schweringen: Manchmal hilft einfach nur zuhören.
Auf dem Fried­hof in Schwe­rin­gen: Manch­mal hilft ein­fach nur zuhö­ren.

Unterwegs – zum Zuhören

Kön­nen Land­rä­tin­nen und Land­räte alles rich­ten? – Nein, ganz gewiss nicht. Manch­mal hilft es aber schon, ein­fach nur zuzu­hö­ren. Eine Begeg­nung wäh­rend mei­ner Tour durch die Graf­schaft Hoya hat mir das wie­der vor Augen geführt.
Es war wäh­rend einer Ver­schnauf­pause bei Kaf­fee und Bröt­chen in Hoya. Ein Mann am Nach­bar­tisch sprach mich an. Sei ich nicht Kan­di­dat für die Land­rats­wahl? Er habe da etwas, das er gerne erzäh­len wolle…

Aus Schwe­rin­gen stamme er, sei dort Mit­glied im Kir­chen­vor­stand und sorge sich sehr um den Fried­hof im Dorf, berich­tete mir der Mann. Die Rech­nung gehe ein­fach nicht mehr auf. Im Vor­stand hät­ten sie beschlos­sen, die Fried­hofs­ge­büh­ren bewusst nied­rig zu hal­ten, damit alle sich die Ruhe­stätte leis­ten kön­nen. Die Kos­ten für die Pflege lie­fen ihnen aber davon.

Ins­be­son­dere um die schöne Lin­den­al­lee, den Haupt­weg des Fried­hofs, sorge er sich. Die Bäume müss­ten auf­wän­dig gepflegt wer­den, um sie zu erhal­ten. Dafür sei kein Geld da. Ob ich irgend­wie hel­fen könne, falls ich Land­rat würde?

 

Sol­che Hilfe konnte ich ihm nicht in Aus­sicht stel­len. Der Fried­hof ist Eigen­tum der Kir­che, der Land­kreis kann nicht ein­grei­fen. Trotz­dem – unser Gespräch schien ihm etwas Mut gemacht zu haben. Viel­leicht täten sich ja noch andere Lösun­gen auf. „Danke fürs Zuhö­ren“, sagte er zum Abschied.

 

Ich habe dar­auf­hin einen Abste­cher zum Schwe­rin­ger Fried­hof gemacht. Weil ich jetzt sehen wollte, was ich erzählt bekom­men hatte. Und weil ich mir in die­sen Tagen Zeit neh­men kann, den Land­kreis noch bes­ser ken­nen­zu­ler­nen.

Einige Urlaubs­tage, die ich nutze, um zu Fuß oder mit dem Rad Dör­fer, Städte und Men­schen inten­si­ver wahr­zu­neh­men. Eys­trup, Bücken, Hoya und nun auch Schwe­rin­gen haben bereits auf mei­nem Pro­gramm gestan­den.

Womög­lich begeg­nen wir uns dem­nächst in Ihren Kom­mu­nen. Mit Zeit zum Zuhö­ren. Das würde mich freuen.