Martin Franke in Stolzenaus DRK Altenzentrum beim Besuch von Edit Lau.
Mar­tin Franke in Stol­zen­aus DRK Alten­zen­trum beim Besuch von Edit Lau.

Menschen wie Frau Lau…

Um allen bösen Ver­mu­tun­gen vor­zu­beu­gen: Nein, ich bin auf Wahl­kampf­tour nicht ein­fach auf Stim­men­fang in ein Senio­ren­heim gestürmt. Ganz im Gegen­teil: Mit mei­nem Besuch bei Edit Lau in Stol­zen­aus DRK Alten­zen­trum habe ich ein Gespräch fort­ge­führt, das die ältere Dame und ich schon zuvor begon­nen hat­ten.
✉️Old School per Brief hatte sie Kon­takt zu mir auf­ge­nom­men, um mehr über mich zu erfah­ren. Inter­net ist nicht ihre Sache. Also habe ich ihr zurück­ge­schrie­ben.

Und dann war ich als Kan­di­dat on Tour unter­wegs in Stol­zenau, kam an dem Alten­zen­trum vor­bei – und habe ein­fach mal an ihrer Tür gepocht. Die Ein­la­dung bestand ohne­hin. Nur bis zu einem Ter­min waren wir noch nicht gekom­men.

Was soll ich sagen… Es folgte eine Stunde mit einer hoch­er­freu­ten Besuch­ten, in der ich viel aus ihrem Leben und auch viel von ihrer Sorge um unsere poli­ti­sche Zukunft gehört habe.

Jahr­gang 1939 ist Edit Lau. Ein Kriegs­kind. Ein Nach­kriegs­kind. Eines mit vie­len Erin­ne­run­gen an diese Zeit. Eines, das nie ver­ges­sen hat, was Faschis­mus anrich­tet.

Nun hat sie Sorge, dass die fal­schen Kräfte wie­der an die Macht kom­men. Einer der Gründe, wes­halb sie sich nicht mit einem Flyer zufrie­den­ge­ben wollte von einem, der Land­rat wer­den will, son­dern um wei­tere Ant­wor­ten bat.

Poli­tisch sei sie so inter­es­siert, sagte sie mir, dass sie am Wahl­abend selbst auf die Stol­zen­auer Wahl­party gehen wolle. Sehen, beob­ach­ten, erle­ben, wer die Wah­len gewinnt und wie die Men­schen reagie­ren.

Liebe Frau Lau, das war für mich eine wei­tere auf­schluss­rei­che Lehr­stunde in Sachen Demo­kra­tie! Und zugleich eine, die mir Mut macht auf dem Weg, den ich gehe.

 

Dass ich dann noch sehen durfte, was sie in ihrem Ate­lier schaf­fen, um das Alten­zen­trum schö­ner zu machen, und ich stau­nen durfte über ihre Rei­sen, die sie von Aus­tra­lien bis China in nahezu alle Welt geführt haben, hat ein I‑Tüpfelchen drauf­ge­setzt.

Sol­che Men­schen wie Sie – die braucht unser Land­kreis!