Haustürwahlkampf: Martin Franke unterwegs im Dorf Nordel im Landkreis Nienburg.
Haus­tür­wahl­kampf: Mar­tin Franke unter­wegs im Dorf Nordel im Land­kreis Nien­burg.

Haustürwahlkampf? – Reinste Freude!

Haus­tür­wahl­kampf. Klingt schwie­rig? Anstren­gend? Wenig Erfolg ver­spre­chend? – Weit gefehlt!
Neh­men wir meine Tour durch Diepenau und seine Dör­fer. Die hat mir unter ande­rem eine Gar­ten­be­sich­ti­gung, eine Ein­la­dung zur Kaf­fee­ta­fel, Plausch auf Klön­bän­ken und viele Gesprä­che über Gott, die Welt, Kreis­po­li­tik und Land­rats­auf­ga­ben ein­ge­bracht.

 

„Wol­len Sie erst ein­mal ein Glas Was­ser haben?“ Das Ehe­paar auf der Klön­bank in Nordel war um mein Wohl besorgt. Gast­freund­lich, hilfs­be­reit – und auch mit Lust auf, Zeit und Muße für ein Gespräch mit dem, der ein­fach so daher­kam und sagte, dass er Land­rat wer­den wolle.

So ziehe ich gerade durch die Lande. Aus­ge­rüs­tet mit einem mar­kan­ten T‑Shirt, Fly­ern und Blu­men­sa­men-Tüten als Givea­way, sowie gro­ßer Neu­gierde auf die Men­schen hier im Land­kreis.

Flyer und Tüt­chen ste­cke ich in Brief­käs­ten. Und dort, wo es sich ergibt, beginne ich auf Stra­ßen, Wegen, übern Gar­ten­zaun oder bei Schlach­ter und Bäcker Gesprä­che. Manch­mal spre­che ich die Men­schen an, viel häu­fi­ger werde ich ange­spro­chen. Das macht wirk­lich Freude!

Meine Tour sollte mich eigent­lich von Lavels­loh über Diepenau nach Essern füh­ren. Ganz so weit bin ich gar nicht gekom­men – denn dazwi­schen liegt ja noch Nordel!

Ihr merkt es, das Dörf­chen hat es mir ange­tan. An gefühlt jeder vier­ten Haus­tür habe ich geklönt – und so neben dem Ver­gnü­gen, all diese Norde­ler (Heißt das so? Wenn nicht, kor­ri­giert mich bitte!) ken­nen­ge­lernt zu haben, auch noch mit­ge­nom­men, worin viele von ihnen das haupt­säch­li­che Pro­blem für ihr länd­li­ches Leben sehen: Mobi­li­tät.

Sie, die weni­gen hun­dert Einwohner:innen Nord­els, seien doch größ­ten­teils in einem Alter, hörte ich mehr­fach. Also alle nicht mehr ganz so jung. Und so sorg­ten sie sich, dass sie irgend­wann nicht mehr selbst fah­ren könn­ten. Was beim der­zei­ti­gen Zustand des ÖPNV bedeute: Kaum noch raus­kom­men aus dem Dorf.

Natür­lich konnte ich nicht ver­spre­chen sofort Abhilfe zu schaf­fen, sollte ich Land­rat wer­den – aber zumin­dest deut­lich machen, dass diese Mobi­li­tät eines der The­men ist, denen ich mich sehr inten­siv wid­men will.

Danke für alle Begeg­nun­gen!