
Haustürwahlkampf? – Reinste Freude!
„Wollen Sie erst einmal ein Glas Wasser haben?“ Das Ehepaar auf der Klönbank in Nordel war um mein Wohl besorgt. Gastfreundlich, hilfsbereit – und auch mit Lust auf, Zeit und Muße für ein Gespräch mit dem, der einfach so daherkam und sagte, dass er Landrat werden wolle.
So ziehe ich gerade durch die Lande. Ausgerüstet mit einem markanten T‑Shirt, Flyern und Blumensamen-Tüten als Giveaway, sowie großer Neugierde auf die Menschen hier im Landkreis.
Flyer und Tütchen stecke ich in Briefkästen. Und dort, wo es sich ergibt, beginne ich auf Straßen, Wegen, übern Gartenzaun oder bei Schlachter und Bäcker Gespräche. Manchmal spreche ich die Menschen an, viel häufiger werde ich angesprochen. Das macht wirklich Freude!
Meine Tour sollte mich eigentlich von Lavelsloh über Diepenau nach Essern führen. Ganz so weit bin ich gar nicht gekommen – denn dazwischen liegt ja noch Nordel!
Ihr merkt es, das Dörfchen hat es mir angetan. An gefühlt jeder vierten Haustür habe ich geklönt – und so neben dem Vergnügen, all diese Nordeler (Heißt das so? Wenn nicht, korrigiert mich bitte!) kennengelernt zu haben, auch noch mitgenommen, worin viele von ihnen das hauptsächliche Problem für ihr ländliches Leben sehen: Mobilität.
Sie, die wenigen hundert Einwohner:innen Nordels, seien doch größtenteils in einem Alter, hörte ich mehrfach. Also alle nicht mehr ganz so jung. Und so sorgten sie sich, dass sie irgendwann nicht mehr selbst fahren könnten. Was beim derzeitigen Zustand des ÖPNV bedeute: Kaum noch rauskommen aus dem Dorf.
Natürlich konnte ich nicht versprechen sofort Abhilfe zu schaffen, sollte ich Landrat werden – aber zumindest deutlich machen, dass diese Mobilität eines der Themen ist, denen ich mich sehr intensiv widmen will.
Danke für alle Begegnungen!